Das Olympiastadion PDF Drucken E-Mail

Das Olympiastadion

 

 

 

 

 

Eine blaue Laufbahn umrundet den grünen Naturrasen, welcher das Spielfeld erschließt. In 73 Sitzreihen, 58 VIP-Logen, 13 Skyboxen, 3 Executive Clubs, einer Ehrenhalle und dem Coubertinsaal finden bis zu 74.244 Menschen Platz. In einer Höhe von ca. 40 Metern thront das Dach – eine 3,5 Megatonnen-Konstruktion aus Stahl und polytetrafluorethylen-beschichteter Glasfaser. Darin integriert: eine 150.000 Watt Beschallungsanlage. Am 23. Mai 1909 eröffnete die Berliner Grunewald-Rennbahn. Hier verfolgten bis zu 4.000 Sportbegeisterte, meist aus der höheren Schicht, Pferderennen. Für die Olympischen Spiele im Jahre 1916 wurde die Trabrennbahn von 1912 bis 1913 umgebaut.

Es entstand das sogenannte Deutsche Stadion. Mit seinen 11.500 Sitz- und 18.500 Stehplätzen, das Größte seiner Zeit. Doch schon bald sollte hier nicht mehr um Ruhm und Ehre gekämpft werden, sondern ums Überleben. In den Jahren 1914 bis 1915, den Wirren des 1. Weltkrieges, blieb das Stadion geschlossen und wurde als Lazarett für verwundete Soldaten und Zivilisten umfunktioniert. Die Olympischen Spiele im Jahre 1916 blieben aus.

Im März 1934 begann man das Stadion abzureißen. Hier sollte etwas noch höheres, etwas noch größeres, etwas Gigantisches entstehen – unter der Projektbezeichnung „Reichs-Sportfeld“ ließ Adolf Hitler ein neues Stadion erbauen.

Schließlich hielten die Nationen der Welt ihren Atem an, als im August 1936 an die 4.000 Sportler aus 49 Ländern um die Medaillen der XI. Olympischen Sommerspiele im Berliner Olympiastadion kämpften.

Lageplan des Reichssportfeldes mit dem Umriß des alten Stadions (Zeichnung von 1936)
Quelle: Sammlung Janick/Neumann

 

In der Zeit des 2. Weltkrieges wurden einige Wände verstärkt und Teile des Stadions als Bunker genutzt. Hier wurden Zünder für Luftabwehrwaffen gefertigt, Munition und Wein gelagert und schließlich vom Großdeutschen Rundfunk gesendet.

Mit der Belagerung der Roten Armee fand im Umfeld des Reichssportfeldes eine der letzten Offensiven der Wehrmacht und SS statt. Das Olympiastadion war zu einem Schauplatz des Grauens geworden – brennende Gebäude, herabgestürzte Fassaden, Leichen.

In der Nachkriegszeit wurde das Stadion von einem
Britischen Truppenstützpunkt vereinnahmt und blieb der Öffentlichkeit versperrt. Über die Jahre hinweg wurden zerstörte Bereiche wieder aufgebaut und repariert. Teile des Stadions, wie die Führerloge, wurden dezent entnazifiziert. Schließlich wurde 1966 das ehemalige Reichssportfeld in die Baudenkmalliste West Berlins aufgenommen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurden weitere Bereiche erneuert und ausgebaut.

2000 bis 2004 wurde das Berliner Olympiastadion schließlich grundlegend umgebaut. Das marode Olympiastadion sollte zu einer hochmodernen Multifunktionsarena werden.

Im Sommer 2004 wurde das Olympiastadion neu
eröffnet und ist seitdem allen Berlinerinnen und Berlinern auch an veranstaltungsfreien Tagen zugänglich.

Olympiastadion_II_by_MatthiasDO

 

Zudem wurde das Berliner Olympiastadion von der UEFA zu einem „Fünf-Sterne-Stadion“ gekürt, die höchstmögliche Wertung für Stadien in Europa.

 

Hier wurden seither Megasportevents, wie das Finale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006, die IAAF Leichtathletik Weltmeisterschaften Berlin 2009™ und andere Veranstaltungen, wie Konzerte von U2 und Herbert Grönemeyer, durchgeführt.

Quelle: http://www.deutschland-debatte.de

 

 

Zahlen und Fakten

Bauzeit            
1934-36
Architekt Werner March
Eröffnung I 1. August 1936
Umbau Spatenstich: 3. Juli 2000, Fertigstellung zum 31.12.2004
Eröffnung II 31. Juli (Die Show) und 1. August 2004 (Die Spiele)

Kapazität

gesamt 74.220 erweiterbar auf 74.400
Unterring 37.778 durchschnittlicher Neigungswinkel: 23°
normale Plätze 36.019
Logensitze (Logen Unterring) 560
Logensitze Ehrentribüne 563 erweiterbar auf 743
Business Seats 4.226
Rollstuhlfahrer 174
Oberring 36.440 durchschnittlicher Neigungswinkel: 25,4°
normale Plätze 32.255
Pressetribüne 290
Logensitze Skyboxen 133

Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf die gegenwärtige Bestuhlungssituation bei einem Fußballbundesligaspiel. Bei anderen Veranstaltungen (z.B. beim ISTAF) kann sich die Zuschauerkapazität verändern.

Logen

gesamt 76
Ehrenhalle/Ehrenloge 1
Coubertinsaal 1
à 10 Plätze 50
à 20 Plätze 8
Executive Clubs 3 (Block D, Block L, Block P)
Skyboxen 13

Kioske

Unterring 10 Kioske
Oberring 12 Kioske

Parkplätze (auf dem Stadiongelände)

gesamt 815
Südtor (oberirdisch) 183
Tiefgaragen (Nord + Süd) 632
Tiefgarage Süd (2 Ebenen) 475
Tiefgarage Nord (1 Ebene) 157

Angaben zum Bauwerk

Zweigeschossiger Pfeilerumgang 136 Pfeiler
Umfang 803 m
Länge (Ost-West) 304,26 m
Breite (Nord-Süd) 230,73 m
Höhe Attika 16,37 m
Höhe Dachkante 21,26 m
Spielfeld, Tiefe unter Bodenniveau 15,00 m
tiefster Punkt 17,50 m
Länge Innenraum 189,97 m
Breite Innenraum 116,11 m

Angaben zum Dach

Anzahl der Dachstützen 20
Abstand 32 bis 40 m
Länge ca. 8,50 m
Durchmesser am Gabelungsknoten 35 cm, am Stützfuß 26 cm
Anzahl der Außenstützen 132
Anzahl der Membranfelder 75
Anzahl der Binder 76
Dachbreite ca. 68 m
Material Stahl St 52 und Stahl St 37
Gewicht 3.500 t
Dachfläche gesamt ca. 42.000 m²
Dachmembran Oberseite ca. 27.000 m²
Dachmembran Unterseite ca. 28.000 m²
Material PTFE-beschichtete Glasfaser (Polytetrafluorethylen)
qm Glasfläche 6006 m²
Abstand Dachspitze - Laufbahn 39,99 m

Technische Informationen

Anzeigetafeln
Größe Ostkurve ca. 140 m²
Größe Nordtribüne ca. 55 m²
Lautsprecheranlage
Anzahl 19 Einheiten mit insgesamt 180 Lautsprechern
Leistung 112 Db maximaler Schallpegel, 150.000 Watt
Flutlichtanlage
Anzahl 155 Doppelstrahler (Halogen-Metalldampflampen)
Leistung jeweils 2000 Watt
Spielfeldausleuchtung 1.500 Lux
Membranbeleuchtung
Art Leuchtstoffröhren
Anzahl ca. 4.200 + 304 Notleuchten
Leistung ca. 300KW

Sportfläche

Innenraum
Absenkung um 2,65 m (Sommer 2002)
Rasenfläche
Länge 105 m
Breite 68 m
Fläche 7.140 m²
Leichtathletikrundbahn
Material Regupol Compact
Aufbau 3 Schichten
Untergrund Asphalt
Laufbahnen 9 Bahnen 110m, 8 Bahnen 400m
Hindernisgraben im westlichen Kurvensegment
Fläche

ca. 9.300 m²

Olympiastadion Berlin GmbH / Hertha.de